Am Mittwoch, den 21.10., trafen sich rund 20 Exkursionsteilnehmer bei schönstem Herbstwetter zur Regionalexkursion Eifel im Bereich des Forstamts Traben-Trarbach. Im Mittelpunkt standen Esskastanien-Versuchsflächen, Saatgutbestände sowie Hähersaatflächen in den Forstrevieren Grafschaft Veldenz und Wintrich.
Nach der Begrüßung durch die ANW-Vorsitzende Tamara Teufel und den Forstamtsleiter Valentin Ehret wurden zunächst die Versuchsflächen im Römersborn im Forstrevier Grafschaft Veldenz besichtigt. Bei den Flächen handelt es sich um ehemalig landwirtschaftlich genutzte Flächen. Diese wurden aufgrund hohen Eintrags landwirtschaftlicher Stoffe zum Schutz des Trinkwassers aus der Nutzung genommen und in forstwirtschaftliche Flächen umgewandelt.

Revierleiter Steffen Wersin führte die Exkursionsteilnehmer zunächst durch die sogenannte Nullfläche, welche mit Esskastanie unterbaut mit Winter-Linde begründet wurde. Zwei weitere Behandlungsvarianten zeigten eindrucksvoll am Praxisbeispiel die hohe Wuchsleistung der Esskastanie.
Darüber hinaus wurden waldbauliche Grenzen der Esskastanie aufgezeigt, wie beispielsweise die Staunässe, welche zu einer Fäulnis am Stammfuß durch Phytophtora-Befall führt.

Nach einer kurzen Überfahrt in das Nachbarrevier Wintrich, führte Revierleiter Edgar Naumann die Gruppe in eine ca. 1,5 ha große Fläche mit 163-jährigen heimischen Esskastanien. Der Saatgutbestand entstand aus Kernwüchsen mit der Sonderherkunft Bernkastel. Die im Herbst stattfindende Saatguternte erfolgt durch externe Unternehmer. In den letzten Jahren fielen durchschnittlich zwischen 700 kg und 2000 kg Saatgut in der ehemalig wirtschaftlich genutzten Fläche an. Eine zukünftig einzelstammweise Nutzung ist nicht vorgesehen, auch wenn durch Sturm anfallende Esskastanien-Stämme es immer mal wieder auf die Submission geschafft haben.
Der letzten Exkursionspunkt des Tages lag wenige hundert Meter entfernt auf einer Kalamitätsfläche, die mithilfe verschiedener Baumarten aus Naturverjüngung, unter anderem Esskastanie aus Hähersaat, spontan wiederbewaldet wurde. Durch den Einsatz dieser natürlichen und kostengünstigen Methode, die vor allem auch durch eine ökosystemgerechte Bejagung der Schalenwildarten ermöglicht wird, konnte eine hohe Diversität des nachfolgenden Bestandes aus Eiche, Esskastanie, Buche, Birke, Eberesche und Fichte hergestellt werden. Durch eine gezielte Jungwuchspflege wurde auf dieser Fläche zudem der Entwicklung eines reinen Fichtenbestandes entgegengewirkt und die Baumartenvielfalt gefördert. Im Anschluss wurde das weitere waldbauliche Vorgehen von den Teilnehmenden fachlich diskutiert.

Zum Abschluss bedankte sich die ANW Landesgruppe Rheinland-Pfalz bei den Revierleitern Steffen Wersin und Edgar Naumann für die spannenden fachlichen Einblicke und die Führung durch die Gemeindewälder.
